Berge sind mir immer schon etwas Schönes gewesen. Sie zu besteigen eine Freude. Auch wenn ich nicht mehr so fit bin wie in Jugendjahren. Raufgekommen bin ich immer. Der Ortstock hingegen hat mich eines Neuen belehrt.

Nach der erste Stufe zum Ortstockhaus hinauf (übernachtet) noch frohgemut habe ich mich via Bärentritt und dessen Ketten hinauf zur nächsten Stufe gehangelt. Erste Trinkpause. Dann weiter einen immens fiesen Schotter“weg“ hinauf zum Grat zwischen Hohem Turm und Ortstock. Ich keuche nur noch.

Immer noch sind es 400 Höhenmeter. Und ich kann nicht mehr, nein ich kann nicht mehr. Ich setze mich erst einmal und lasse die anderen an mir vorbeiziehen. So kurz vor dem Gipfel mag ich nicht mehr weiter. Es geht heute einfach nicht. Ich tue etwas mir vollkommen Neues. Ich breche ab.

Und siehe da. Eine innere Zufriedenheit setzt ein. Ich bin an diesem Tag bis an den Rand meiner Möglichkeiten gelaufen. Untrainiert, die erste Bergtour seit zwei Jahren. Aus dem Stand so weit gekommen. Ich lasse es sein, weil es vernünftig ist. Ich freue mich am Scheitern. Jetzt erst setzt der Genuss ein. Auf dem Karst liege ich am Rückweg entspannt in der Sonne und freue mich auf die Heimfahrt, wo ein Walliser Chäsfondue auf mich wartet. Ich habe heute zum ersten Mal eine Grenze akzeptiert, die es früher nicht gab. Und es tut gut. So lässt es sich wunderbare Stunden im Glarner Land haben.
