Einer besonderen Art der Konzentration bedarf es ordentliche Sushi zu rollen und/oder formen. Vor allem, wenn die Familie auf ein Sushi Dinner besteht. Fünf hungrige Mäuler schreien nach mehr und Menge. Also, sie schreien nicht, aber der Blick spricht Worte. Und das japanische Essen soll schon was hermachen. Nicht lieblos einfach zusammengekleistert sein.
Also stehe ich ein bis zwei Stunden vorher in der Küche und verarbeite Noriblätter mit Sushireis und LAchs, Avocado, Würstchen (!), Gurke, Sesamöl, Frischkäse (!) und andere Sperenzchen zu ordentlichen Rollen. Was bei anderen Menschen eine streng begrenzte Vorspeise zu sein scheint, ist im Hause Taglinger ein Gelage. Und, hach, es macht Spass diese netten Happen zu bauen. Der Reis klebt an den Fingern, der Thunfisch schneidet sich heute besonders eckig, aber es macht wirklich Spass.
So sieht das Ergebnis dann aus.

Die Familie wird zu Tisch gebeten, und in einer gefühlten Viertelminute ist der Tisch leergefegt. Die Kinderschar schweigt und mampft, die Eltern versuchen ihr Esstempo herunterzufahren. Aber umsonst. Auch sie beginnen im Turbo zu geniessen. Mir fällt dann immer der Frust meiner Mutter ein. Sie meinte damals: Man steht einen Vormittag in der Küche, und die Familie schlingt es in einer Minute ohne ein Wort herunter.
Kann ich dann immer gut nachvollziehen.
Aber hey, das Zubereiten macht wirklich Spass.
