Es ist Herbst, ich sollte meine Gedanken nicht so ernst nehmen. Das fehlende Licht, die wolkenverhangenen Nachmittage, die frühen Abende und kaum ausser Haus: es will keine Hoffnung in mir wachsen. Kein „jetzt ist es schön“.

Und trotzdem sehe ich doch, was mir gesagt wird. Wir bevölkern hier über, wachsen exponentiell, um uns herum sterben Insekten aus, das Artensterben nimmt zu. Und über allem schwebt ein Klima, das sich gegen uns wendet. Wenn ich all das in eine Linie bringe, kann ich nicht anders als zu vermuten, dass ich zusammen mit vielen noch in meinem Leben einen Tod aus Hunger und Entbehrung sterben werde. Wenn wir uns nicht alle vorher in die Luft jagen.

Sicher, es ist keine Jahreszeit für Optimismus. Aber es fällt mir zunehmend schwerer, die Linien aus alle diesen Nachrichten nicht zusammen zu ziehen  und auf einen Punkt zu verlängern, der nicht allzu weit entfernt liegt. Es läuft alles aufeinander zu. Und es hat natürlich auch mit mir zu tun. Es gibt kein Zuschauen.

Wenn ich mir alles das zusammen anschaue, dann frage ich mich, warum ich ruhig bleiben kann und in ein Vorne schaue, das nur mit dem Tod enden kann. Vielleicht weil das die einzige Perspektive ist, die wir alle haben. Wir sind dagegen gewappnet, schotten uns vor dem ständigen Tod ab, der mich in allen Fällen in weniger als drei Jahrzehnten wegraffen dürfte. All die Nachrichten sind eine Frage des Zeitpunkts. Nicht mehr. Ich warte also, bis sich die Linien überschneiden und atme dann aus.