Zuerst dachte ich „ach, da steht wieder einer mit seinem Smartphone mitten im Wald herum“. Wie ich da so an ihn heranjogge und schon fast an ihm vorbei bin, begreife ich, dass er vor einem kleinen Wasserfall zwischen den Bäumen am Wegrand steht und einfach seine Arme ausbreitet.

Er hört zu, er ist blind, sein Taktierstock baumelt locker an der einen Hand, wie er fast einem Propheten gleich verharrt und zuzuhören beginnt. Er lächelt. Es muss überwältigend sein, was er da hört.

Das Wasser vor ihm sprudelt und gurgelt, es plätschert und murmelt, in tausend Stimmen und sicher unerhört vielgestaltig. Nur er kann das unterscheiden, mir fehlt es dazu an den trainierten Ohren. Ich renne neidisch an ihm vorbei, sehe nur einen Wald und einen Wasserlauf dazwischen. Er aber hört die ganze Welt und versinkt für lange Augenblicke darin.