Wie gut, dass es Abendspaziergänge gibt. Zum Beispiel den vom Piccadilly Circus hinunter über den Trafalgar Square nach Westminster und am Big Ben vorbei die Themse weiter bis zur Millennium Bridge, hoch nach King’s Cross. An diesem Abend lief ich gemütlich die Strecke, fand mich dann wieder in meinem Hotel ein und öffnete Netflix, um vor dem Schlafen noch einen Film zu sehen. Die Wahl fiel auf London has fallen. Ein bisschen Terror und Weltuntergang zum Einschlafen kann nie schaden. Und spätestens nach den ersten Handlungsminuten wird mir klar:

Ich bin eben im Set des Films herum gelaufen. Nur dass hier weder ein Anschlag stattfand (gut, den vor ein paar Wochen vor dem House of Parliament weggerechnet) noch dass der US Präsident mit einem Body Guard an mir vorbei hetzte, um sein Leben zu retten. Zum einen würde das der jetzige gar nicht durchhalten, rein körperlich schon, zum anderen rennen die so kreuz und quer durch London, dass man nur den Hut ziehen kann vor 20 Stundenkilometer Durchschnittsgeschwindigkeit inklusive Feuergefecht.

Aber was mich faszinierte war die Idee, vor dem nächsten Kinogang einen Spaziergang durch die Kulissen zu machen. Und damit meine ich nicht die Touristenfalle im Norden der Stadt, wenn man durch einen Pappwald laufen und Harry Potter nachspielen soll. Ich meine realen Stoff, der die Actionszenen nachher realer macht, als es mir vielleicht recht ist.

London macht es leicht. Die Stadt ist alleine in den vergangenen zwei Kinojahren gefühlte zwei Dutzend Mal in die Luft geflogen.

Andere Orte werden es mir schwerer machen. Ich suche vor dem nächsten Star Wars Film verzweifelt einen Todesstern, den man per AirBnB mieten kann. Bisher bin ich nicht fündig geworden. Nicht einmal einen Raumgleiter bieten sie auf der Homepage an.